Sonntag, 13. September 2026

James Baldwin - Von dieser Welt


 

Zusammenfassung:

James Baldwin (1924–1987) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Essayist. Er wuchs in Harlem in New York auf und setzte sich in seinen Werken besonders mit Rassismus, Religion, Identität, Sexualität und familiären Konflikten auseinander. Baldwin gilt als eine der wichtigsten Stimmen der afroamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Dieses Buch (original 'Go Tell It on the Mountain') von 1953 ist Baldwins erster Roman und trägt stark autobiografische Züge. Im Mittelpunkt steht der 14-jährige John Grimes, der mit seiner Familie in Harlem lebt. Sein Stiefvater Gabriel ist ein strenger Prediger, der seinen Glauben autoritär auslebt und John häufig erniedrigt. John selbst schwankt zwischen religiöser Erwartung, Schuldgefühlen und dem Wunsch nach einem eigenen Leben. Ein großer Teil des Romans spielt während eines Gottesdienstes. Dabei werden in Rückblenden die Lebensgeschichten verschiedener Familienmitglieder erzählt, besonders die von Johns Mutter Elizabeth, seiner Tante Florence und Gabriel. Dadurch wird deutlich, wie sehr die Familie von Rassismus, Armut, Gewalt, Schuld und religiösem Druck geprägt ist. Im Verlauf der Nacht erlebt John eine intensive religiöse Erfahrung. Am Ende scheint er sich dem Glauben zuzuwenden, doch zugleich bleibt offen, ob dies wirkliche Befreiung bedeutet oder ob er damit nur in die von seiner Familie vorgegebene Welt eintritt.

Lesespaßfaktor:

Also ehrlich gesagt war es mir zu viel Predigen. Klar, der Gegensatz zwischen dem religiösen Übereifer und der gleichzeitigen Gewalt in der Familie, das Verachten der Nächstenliebe, besonders im Gegensatz Schwarz/Weiß, das ist gut herausgearbeitet, aber es fehlt einfach für einen Roman eine spannende Handlung. So habe ich mich ertappt, im letzten Drittel des Buches immer mal wieder Seiten zu überschlagen. 




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